Ideenwettbewerb Masterplan »Inselspital« Universitätsspital Bern (CH)

Ort: Bern (CH) | Auslober: Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern | Bearbeitungszeitraum: April - Oktober 2010 | Planungsumfang: rd. 600.000 qm BGF | Sonstiges: Bearbeitung in Kooperation mit Gerber Architekten, Dortmund

Ziel der Masterplanung ist, die heute noch über etliche Gebäude des Universitätsspitals verteilten Einrichtungen in einer verdichteten Struktur zusammenzufassen um den funktionalen und wirtschaftlichen Betrieb des Spitals nachhaltig sicherzustellen und seine Zukunftsfähigkeit zu gewährleisten. Anhand der Leitlinien und Prinzipien der Masterplanung soll der vorhandene Gebäudebestand sukzessive durch Neubauten abgelöst werden, wobei zu jedem Zeitpunkt der Entwicklung alle Funktionsabläufe des Spitalbetriebs gewährleistet bleiben müssen.

Die Grundordnung der Struktur basiert auf einem alternierenden System aus Bau- und Freihaltezonen – kombiniert mit einer Mantelhülle zur Festsetzung der jeweiligen maximal zulässigen Gebäudehöhen.  Alle Funktionsbereiche zur Untersuchung und Behandlung der Patienten sind in einem 3- bis 4-geschossigen Sockelbau angeordnet. Entkoppelt über ein Zwischengeschoss, welches die Technik sowie alle Installationen aufnimmt, befinden sich verteilt auf zwei bis drei Obergeschoss-Ebenen die Pflegestationen. Innenhöfe und Grünbereiche gliedern den Baukörper und stellen den unmittelbaren Außenbezug her. Der überwiegende Teil der Räume – auch der Untersuchungsräume – wird über diese Höfe direkt mit Tageslicht versorgt und kann auch natürlich belüftet werden.

Die Haupterschließung aller Gebäudeteile erfolgt über eine zentral angeordnete Magistrale, die eine einfache Orientierung in horizontaler und vertikaler Richtung ermöglicht. Am östlichen Ende der Magistrale – direkt an der Murtenstraße – liegt der neue Haupteingang des Spitals, der im Vergleich zur diffusen räumlichen Zugangssituation im Bestand heute den zentralen Eingang für den gesamten Spitalbereich formuliert. Es entsteht eine selbstverständliche Eingangssituation für Patienten und Besucher – unabhängig vom jeweils gewählten Verkehrsmittel. So ist auch der direkte Zugang zum Foyer vom im Norden angrenzenden Parkhaus möglich.

Der Masterplan soll die zukünftige Entwicklung des Spitals nicht reglementieren. Er definiert vielmehr den »Rahmen« innerhalb dessen das weitere »Wachstum« stattfinden kann – ohne dabei Gefahr zu laufen, funktionale Defizite oder gestalterisch unbefriedigende räumliche Situationen entstehen zu lassen. Als Werkzeug zur Qualitätssicherung bildet der Masterplan eine wichtige Grundlage für alle weiteren Planungen. Sukzessive entsteht so eine kompakte Struktur von hoher baulicher Qualität, die optimal auf die funktionalen Bedürfnisse des Inselspitals ausgerichtet ist.