ExWoSt-Studie Suburbaner Raum im Lebenszyklus

Ort: Deutschland | Auftraggeber: Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) | Beauftragung: Studie | Planungszeitraum: 2011-2013 | Forschungsprogramm: Experimenteller Wohnungs- und Städtebau (ExWoSt) | mit Prof. Dr. Markus Hesse (Universität Luxemburg)

Unter dem Einfluss veränderter gesellschaftlicher und ökonomischer Rahmenbedingungen sind in Deutschland und anderen europäischen Ländern nicht mehr nur die Kernstädte von negativen Entwicklungsdynamiken wie Bevölkerungsabwanderung oder -stagnation gekennzeichnet, sondern auch suburbane Räume. Damit ist insbesondere der bebaute Raum am Rand der Kernstädte bzw. der Verdichtungsräume gemeint, bestehend aus Ein- und Zweifamilienhausgebieten und eingestreuten Reihenhäusern bzw. Punkthochhäusern sowie Industrie- und Gewerbegebieten und den Standorten des großflächigen Einzelhandels. Auch dieser Teil der Stadtlandschaft steht zunehmend unter Veränderungsdruck.

Das Forschungsprojekt war empirisch-konzeptionell angelegt, verknüpfte sekundär- und primäranalytische Zugänge und stellte Fallstudienuntersuchungen ins Zentrum. In den Regionen Hamburg, Kassel, Leipzig und Ruhrgebiet wurden insgesamt 12 Fallstudien auf ihre siedlungsstrukturellen, baulichen, soziodemografischen und ökonomischen Ausprägungen und räumlichen und zeitlichen Entwicklungsdynamiken hin untersucht.

Auf der Grundlage einer Typisierung der suburbanen Räume der Großstadtregionen in Deutschland wurden unterschiedliche Fallstudienräume ausgewählt, die in einer feinkörnigen Analyse von Status, Entwicklungstrajekt und Lebenszyklus auf lokaler Ebene untersucht wurden. Die Untersuchung erfolgte in drei Phasen:

1. Scan anhand von quantitativen Untersuchungen


2. Qualitative Untersuchung des Raums


3. Identifizierung der Entwicklungstendenzen und zusammenfassende Darstellung der Problemlagen des Raums

Als Ergebnis beantwortet das Forschungsvorhaben in strategischer Hinsicht die Frage, wie auf veränderte Rahmenbedingungen und die spezifischen Anforderungen im Lebenszyklus suburbaner Standorte angemessen reagiert werden kann. Dazu wird der Ansatz des "Placemaking" verfolgt. Ausgehend von einer Definition nach Fürst (2005), verbindet sich hiermit der kollektive Prozess zur Verbesserung der Standort- und Nutzungsstrukturen suburbaner Teilräume, der unter Berücksichtigung der Spezifika dieses Standorttyps und der jeweiligen Anforderungen bestimmter Phasen seines Lebenszyklus’ betrachtet wird.

Die Ergebnisse der Studie wurden als BMVBS-Online-Publikation und im Jahr 2015 im asso-Verlag veröffentlicht. 

Suburbaner Raum im Lebenszyklus

Markus Hesse, Holger Hoffschröer, Ilka Mecklenbauck, Jan Polivka, Christa Reicher, Daniel Tries

assoverlag, zweite ergänzte Auflage, Oberhausen 2015 

280 Seiten, ISBN 978-3-938-83472-5

 

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