Innenstadt Wesseling
Ort: Wesseling (D) | Auftraggeber: Stadt Wesseling | Beauftragung: Rahmenplanung, Bauleitplanung, Freiraumplanung | Planungszeitraum: 2001-2009 | Planungsumfang: Innenstadtbereich | in ARGE mit lad+ landschaftsarchitektur diekmann | Städtebaulicher Wettbewerb, 1. Preis, 2001
Die Innenstadt von Wesseling wird durch Verkehrstrassen, die als räumliche Zäsuren wirken, stark zergliedert. Brach gefallene Flächen unterstützen an vielen Stellen den fragmentarischen Charakter des Stadtzentrums. Dabei bietet der Rhein große Potenziale, die derzeit noch nicht hinreichend für die Stadtentwicklung genutzt sind.
Das heutige, in Teilen fragmentarisch bebaute bzw. untergenutzte Innenstadtgebiet erfordert eine Klärung der einzelnen Stadtschichten und räumliche Antworten auf die bestehenden Zäsuren.
Die charakteristische Schichtung der Stadt wird strukturell betont und soll damit räumlich stärker erlebbar werden. Die Schichtung besteht im Einzelnen aus einem „grünen Band“ entlang der Hangkante, einem „Stadtgartenband“ in beidseitiger Verlängerung des Bahnhofs und einer „grünen Promenade“ entlang des Rheinufers.
Mit dem „Stadtgartenband“, das neben Freiraumnutzungen neue Dienstleistungsflächen und Parkplätze aufnehmen kann, wird ein neues Strukturelement eingeführt, das die unterschiedlichen Teilbereiche der Innenstadt miteinander verwebt. Das Zentrum des Bandes stellt der Bahnhofsplatz mit seinen angelagerten Nutzungen (Bürgerforum und Café) dar. Das Band ist so angelegt, das es in einem ersten Schritt als qualitätvoller Freiraum die Brücke zwischen bebauten Stadtbereichen bilden und in Etappen entsprechend dem weiteren Bedarf bebaut werden kann.
So werden in einer ersten Entwicklungsphase Baumreihen und der lineare Park angelegt. Die künftigen Baufelder werden mit temporären Freiflächennutzungen belegt und können Schritt für Schritt mit Baukörpern „besetzt“ werden.
Für das CORA-Gelände, eine Brachfläche in zentraler Lage, wird in Anlehnung an die vorhandene charakteristische Stadtstruktur eine Blocktypologie vorgeschlagen. Diese Struktur eignet sich sowohl für eine Nutzungsmischung als auch zur Unterbringung der Wohnnutzung (unter anderem betreutes Wohnen, Service Wohnen) und eines Seniorenzentrums.
Eine klare Unterteilung des Freiraums in öffentliche, gemeinschaftliche und private Freiflächen lässt in dieser innerstädtischen Lage eine hohe Wohnqualität erwarten. Zur „grünen Hangkante“ öffnet sich die Baustruktur, so dass sich Grün und Bebauung miteinander verzahnen und attraktive grüne Innenbereiche entstehen. Ein Quartiersplatz fördert das nachbarschaftliche Zusammenleben.
Quer zu den Stadtschichten wird die Fußgängerzone als lineares Element ausgebildet, an dem die einzelnen Plätze – Wasserplatz, Rathausplatz, Bahnhofsplatz und Baumplatz – perlenartig aufgereiht sind.
Ein Flanierband aus großformatigen Platten markiert den Wegeverlauf und wird wechselseitig von Baumreihen flankiert. Die Nähe zum Rhein wird in Form von „Wasserspuren“ stärker erlebbar gemacht. Wasserbilder in unterschiedlicher Form und Gestalt können an verschiedenen Orten entdeckt werden.






