RWTH Aachen „Campus Melaten“

Ort: Aachen (D) | Auftraggeber: Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW, Niederlassung Aachen | Beauftragung: Generalplanung für Bauleitplanung, Masterplanung, Verkehrsplanung, Freiraumplanung, Energieversorgung, Gestaltungshandbuch Machbarkeitsstudie Klinikum | Planungszeitraum: 2010 (Baubeginn) | Planungsumfang: 60 ha I in ARGE mit WBP Landschaftsarchitekten Ingenieure Bochum (Freiraum), BSV Büro für Stadt- und Verkehrsplanung Aachen (Verkehr), Ingenieurbüro inco Aachen (Energie) | Internationaler städtebaulicher Wettbewerb, 1. Preis, 2007

Die RWTH Aachen verfolgt – im Rahmen ihrer Exzellenz-Initiative – die Strategie der räumlichen Aufwertung und Erweiterung ihrer Universitätsstandorte bis hin zur Neuentwicklung eines Hochschulcampus in Aachen-Melaten. In Nachbarschaft zum Universitätsklinikum der RWTH wird ein Campus geplant, der als internationale Adresse für Forschung und Lehre fungieren soll. Zwölf unterschiedliche Cluster für Forschung und Entwicklung, ergänzt durch öffentliche und gemeinschaftliche Nutzungen wie Hotel, Gastronomie, Kindergarten etc., werden hier angesiedelt.

Die Herausforderung des Wettbewerbs sowie der sich hier anschließenden Master- und Bauleitplanung bewegt sich zwischen der Kreation einer neuen eigenständigen Qualität und der Aufwertung des bestehenden Kontextes.

Die städtebauliche Grundkonzeption besteht darin, Landschaft und Stadt in einen Dialog treten zu lassen. Bestand und Neubau sollen zu einer markanten räumlichen „Figur“ verbunden werden. Besonderer Wert wird auf einen zentralen Kommunikationsraum, die Formulierung von Eingängen und Adressen und die Entwicklung von eigenen Identitäten in den Teilbereichen gelegt.

Die vorhandenen Potentiale des Standortes wie das Bachtal, der Wald und die Nähe zur offenen Landschaft werden genutzt und gestärkt.

Die Landschaft erwächst mit dem zentralen Erschließungsbogen zu einer markanten räumlichen Figur. Ein grüner Boulevard, der zugleich Rückgrat und öffentlicher Raum ist, verleiht dem neuen Campus eine unverwechselbare Gestalt. Er verbindet die vorhandenen Hochschulstrukturen mit dem neuen Wissenschaftsstandort.
Die Mitte des neuen Campus bildet ein Park, der die vorhandene Grünraumstruktur nutzt. Er verbindet den Bestand mit dem Neuen und stellt zugleich den Bezug zur umgebenden Landschaft her. In den Park sind Solitärgebäude eingebettet, die einen stärkeren Öffentlichkeitsbezug herstellen. Insbesondere in den Erdgeschosszonen sind Servicefunktionen vorgesehen, welche den öffentlichen Charakter dieses Bereichs stärken und beleben.

Zwei Hochpunkte im Norden und im Süden markieren - auch in der Fernsicht - die beiden zentralen Eingänge in das Gebiet. Im Übergang zu den Quartieren Hörn und Königshügel schafft ein neuer öffentlicher Raum in Verbindung mit einer Landschaftsbrücke einen attraktiven „Brückenschlag“.