Sprung an die Sieg, Eitorf
Ort: Eitorf (D) | Auftraggeber: Stadt Eitorf | Beauftragung: Rahmenplanung, Bauleitplanung, Freiraumplanung | Planungszeitraum: ab 2009 | Planungsumfang: 25 ha | in ARGE mit Club L94 Köln | Städtebaulicher Wettbewerb, 1. Preis, 2009
Die Gemeinde Eitorf – zwischen Bergischem Land und Westerwald gelegen – war in der Vergangenheit gleichermaßen Industriestandort und Luftkurort. Diese Heterogenität spiegelt sich im Stadtbild wider: Die Funktionszuweisung vieler Flächen ist unklar, die Potenziale kommen nicht zur Entfaltung. Viele zentrale Verkehrsflächen wirken überdimensioniert und haben kaum Aufenthaltsqualität. Die Aufgabe des städtebaulich-freiraumplanerischen Wettbewerbs bestand darin, die bisher vernachlässigten Freiflächen im Bahnhofsumfeld durch neue Nutzungsangebote mit der Innenstadt städtebaulich zu verknüpfen und den Erlebnis- und Erholungsraum an der Sieg in wert zu setzen.
Der Landschaftsraum an der Sieg wird als grüne „Tasche“ ausgebildet und zur Stadt hin ausgeweitet. Er fließt bis an die südlich gelegenen Bahngleise heran und stellt mit dem Siegpark die Verbindung zwischen der Innenstadt und der Sieg her. Die Grenze zwischen Stadt- und Landschaftsraum wird neu definiert und durch gezielte städtebauliche und freiraumplanerische Eingriffe gestärkt.
Nördlich der Bahngleise wird eine Stadtschiene angelegt, die in mehrere flexibel nutzbare Flächen unterteilt ist. Unterschiedlich gestaltete Plätze strukturieren die Stadtschiene und werten gleichzeitig das Bahnhofsumfeld auf. Von hier aus führen neue Wegeachsen zur Sieg. Durch Parken unter Bäumen wird die derzeitig ungünstige Stellplatzsituation neu geordnet und verbessert. Die Stadtschiene kann, je nach Bedarf und abhängig von der zukünftigen Entwicklung von Eitorf, schrittweise bebaut werden.
An vorhandenen Bahnübergängen bzw. Unterführungen werden durch Platz- und Freiraumgestaltungen und städtebauliche Eingriffe die „Sprungbretter“ ausgebildet, über die der Sprung Eitorfs an die Sieg geschafft wird.







